Während in vielen Branchen intensiv über den Fachkräftemangel diskutiert wird, zeigt das Berliner GWU-Mitgliedsunternehmen Gebäudeservice Wodara GmbH, dass wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung im handwerklichen Mittelstand kein Widerspruch sind.
Das familiengeführte Unternehmen aus Berlin-Marzahn beschäftigt heute rund 175 Mitarbeitende und bietet ein breites Spektrum gebäudenaher Dienstleistungen an, von der klassischen Unterhalts- und Sonderreinigung über Hausservice und Industriekletterei bis hin zu Schädlings- und Tatortreinigung.
Verantwortung statt kurzfristiger Optimierung
Wie tief das soziale Selbstverständnis im Unternehmen verankert ist, zeigte sich bei einer strategischen Entscheidung der Geschäftsführung: Die Integration der Marzahner Zwanzig und Diedrich GmbH (Schadstoffsanierung und Rückbau) erfolgte nicht aus rein marktstrategischen Gründen, sondern aus Verantwortung gegenüber den Beschäftigten des von der Schließung bedrohten Betriebs.
„Immerhin standen zehn Arbeitsplätze auf dem Spiel. Wir haben nicht lange überlegt, sondern unsere Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden gespürt und wahrgenommen“,
beschreiben der Geschäftsführer Philipp Wodara die Entscheidung.
Damit zeigt das Unternehmen ganz praktisch, was Gemeinwohlorientierung im Mittelstand bedeutet: langfristiges Denken, soziale Verantwortung und die Bereitschaft, unternehmerische Entscheidungen nicht ausschließlich an kurzfristigen Renditekennzahlen auszurichten.
Gemeinwohl-Ökonomie als gelebte Unternehmenskultur
Seit 2017 ist der Gebäudeservice Wodara Teil des Netzwerks Gemeinwohlorientierter Unternehmen Berlin Brandenburg e.V. (GWU.network). Bereits 2018 veröffentlichte der Betrieb seine erste Gemeinwohl-Bilanz.
Die Werte der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ), Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz und Mitentscheidung, sind in Marzahn kein Marketinginstrument, sondern fester Teil der täglichen Firmenkultur. Der familiäre und faire Umgang im Unternehmen, die enge regionale Verwurzelung in Berlin sowie die spürbare Wertschätzung gegenüber den Angestellten prägen den operativen Alltag des Betriebs.
Mehr Sichtbarkeit für systemrelevante Arbeit
Besonders eindrücklich ist der Blick der Geschäftsführung auf die gesellschaftliche Bedeutung der eigenen Belegschaft. Die Fachkräfte des Unternehmens sorgen dafür, dass Kitas gereinigt werden, Arztpraxen sauber sind und Menschen sich in sauberen Wohnhäusern wohlfühlen. Gerade nach der Coronapandemie wurde deutlich, wie essenziell viele dieser Berufe für das gesellschaftliche Zusammenleben sind, und gleichzeitig, wie wenig öffentliche Wertschätzung sie oft erfahren.
„Unsere Fachkräfte erhalten Werte. Sie sind tolle Menschen und haben mehr Wertschätzung verdient. In unserem Unternehmen geben wir unser Möglichstes, um Sie diese Anerkennung spüren zu lassen“
bringt es Gründer Mario Wodara auf den Punkt. Im eigenen Betrieb wird diese Anerkennung durch faire Bedingungen und ein offenes Ohr spürbar gemacht.
Für das GWU.network ist dieses Beispiel weit mehr als eine Unternehmensgeschichte. Es zeigt, wie Gemeinwohl-Werte in einer alltäglichen, hart umkämpften Branche konkret gelebt werden können, mit spürbaren Auswirkungen auf die Unternehmenskultur, die Fachkräftesicherung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die Gemeinwohl-Matrix in der Praxis
Das Engagement von Gebäudeservice Wodara zahlt direkt auf mehrere zentrale Felder der Gemeinwohl-Matrix ein:
C1: Menschenwürde am Arbeitsplatz durch fairen, familiären Umgang und gelebte Wertschätzung
C2: Solidarität und Gerechtigkeit durch die aktive Rettung bedrohter Arbeitsplätze in der Region
E2: Beitrag zum Gemeinwesen durch die Sicherung lokaler Infrastruktur wie Kitas und Arztpraxen sowie regionale Wertschöpfung
Unternehmen, die den Menschen ernst nehmen, Verantwortung übernehmen und langfristig denken, schaffen resilientere und attraktivere Arbeitsumfelder. Um diesen Kurs weiterzuführen, sucht Wodara fortlaufend nach Verstärkung im Team, von Reinigungskräften bis zu Monteuren im Bereich Schadstoffsanierung. Das GWU.network unterstützt seine Mitglieder gerne bei Sichtbarkeit und Fachkräftesuche.
Dialog und Best Practices auf der GWU-Unternehmerkonferenz
Wie soziale Verantwortung und die GWÖ-Bilanz sich konkret auf wirtschaftlichen Erfolg und Resilienz im handwerklichen Mittelstand auswirken, ist eines der Praxisbeispiele, die wir im Netzwerk erlebbar machen wollen.
Auf der GWU-Unternehmerkonferenz am Montag, 7. September 2026 in Berlin haben Sie die Möglichkeit, sich direkt mit Pionieren wie Familie Wodara auszutauschen. Der Termin lohnt sich vorzumerken.
Das ausführliche Doppelinterview mit Mario und Philipp Wodara erschien am 1. September 2023 in der Berliner Morgenpost.