Im Zuge des Impulses betrachten wir Eigentum als Entschei­dungs­ar­chi­tektur und fragen: Wer entscheidet über Gewinne, Inves­ti­tionen, Arbeits­be­din­gungen und die Zukunft eines Unter­neh­mens sowie wofür und für wen? Dabei wird deut­lich, dass keine Eigen­tums­form auto­ma­tisch demo­kra­tisch oder gemein­wohl­ori­en­tiert ist, sondern entschei­dend bleibt, wer tatsäch­lich mitent­scheiden kann, worüber entschieden wird und welchen Inter­essen wirt­schaft­li­ches Handeln dient. Der Impuls gibt einen Über­blick über unter­schied­liche Ansätze und Praxis­bei­spiele und leitet in die Frage über, wie Verant­wor­tung, Unab­hän­gig­keit und der Unter­neh­mens­zweck lang­fristig gesi­chert werden können.

Im anschlie­ßenden Work­shop geben Sabina Baur von Ecosia und Felix Wasmuth von Märki­sches Land­brot prak­ti­sche Einblicke in Chancen und Heraus­for­de­rungen gemein­wohl­ori­en­tierter Eigen­tums­struk­turen aus der Perspek­tive von Unter­nehmen in Verant­wor­tungs­ei­gentum  Gemeinsam über­tragen wir die Erfah­rungen der beiden Praxis­bei­spiele auf die eigene Orga­ni­sa­tion und entwi­ckeln mögliche nächste Fragen oder erste Schritte zu Nach­folge, Zweck­schutz und Machtverteilung/Entscheidungsfindung.

Impuls und Workshopgestaltung

Matthias Kasper ist Nonprofit-Ökonom, Refe­rent für Wirt­schafts­de­mo­kratie und gemein­wohl­ori­en­tiertes Wirt­schaften bei der Huma­ni­stic Manage­ment Prac­tices gGmbH und lehrt Wirt­schafts- und Orga­ni­sa­ti­ons­de­mo­kratie an der Hoch­schule für Gesell­schafts­ge­stal­tung und der Karls­hoch­schule. Ehren­amt­lich enga­giert er sich in der poli­ti­schen Bildungs­ar­beit, beim genos­sen­schaftt­li­chen Super­markt Super­Coop eG und als Vorstand und Trainer bei einem Berliner Sportverein.

Matze Kasper: – “Gemein­wohl­ori­en­tierte Eigent­umgs­formen und Unternehmensdemokratie”

 

3 Fragen an Matze: 

Die Vision: Welches Bild einer funk­tio­nie­renden Wirt­schaft von morgen treibt Sie täglich an?

Mich treibt die Vorstel­lung einer Ökonomie an, deren Zweck nicht in der Vermeh­rung von Profit liegt, sondern in der Befrie­di­gung mensch­li­cher Bedürf­nisse inner­halb plane­tarer Grenzen. Das würde bedeuten, dass die Mitglieder einer Gesell­schaft tatsäch­lich darüber bestimmen können, was sie wozu und wie produ­zieren wollen. Wirt­schaft wäre dann kein Mittel zur privaten Vermö­gens­meh­rung, sondern eine demo­kra­tisch gestal­tete Form gesell­schaft­li­cher Bedürfnisbefriedigung.

Die Chance: Welches riesige Poten­zial über­sehen wir aktuell noch?

Wir unter­schätzen die Kraft der Koope­ra­tion und die Moti­va­tion, die entsteht, wenn Menschen über Entschei­dungen, die sie unmit­telbar betreffen, tatsäch­lich mitbe­stimmen können. Wo Wissen und Verant­wor­tung geteilt wird und nicht alles über Konkur­renz orga­ni­siert ist, kann Krea­ti­vität und Inno­va­tion viel stärker zur Geltung kommen. Demo­kra­ti­sche Formen des Wirt­schaf­tens bieten daher ein oft unge­nutztes Poten­zial für Orga­ni­sa­tionen und die Gesellschaft.

Der Funke: Mit welchem Aha-Moment sollen die Teil­neh­menden aus Ihrem Impuls gehen?

Ich würde mich freuen, wenn die Teil­neh­menden ihre eigene Orga­ni­sa­tion anschlie­ßend mit einem neuen Blick betrachten: Wer entscheidet bei uns eigent­lich über zentrale Fragen und warum? Eigentum ist nicht nur eine recht­liche oder finan­zi­elle Kate­gorie, sondern bestimmt wesent­lich, wer über die Ausrich­tung und Zukunft einer Orga­ni­sa­tion verfügen kann. Zugleich gibt es bereits viel­fäl­tige Ansätze und Praxis­bei­spiele, wie Verant­wor­tung, Zweck­bin­dung und demo­kra­ti­sche Betei­li­gung  anders orga­ni­siert werden können. Viel­leicht entsteht daraus die konkrete Frage: Was wäre in unserer Orga­ni­sa­tion ein erster Schritt zu mehr gemein­samer Verfügungsmacht?

 

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Diese Veran­stal­tung wird von der Senats­ver­wal­tung für Wirt­schaft, Energie und Betriebe sowie dem Bundes­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und Klima­schutz gefördert.