Ab dem 27. September 2026 gilt die EU-Richt­linie EmpCo (Empowe­ring Consu­mers for the Green Tran­si­tion) in Deutsch­land voll­ständig. Sie ist bereits am 26. März 2026 als Ände­rung des Gesetzes gegen den unlau­teren Wett­be­werb (UWG) in Kraft getreten und verschärft die Anfor­de­rungen an Nach­hal­tig­keits­aus­sagen erheb­lich. Für Unter­nehmen im GWU.network ist das eine gute Gele­gen­heit, einen genauen Blick auf die eigene Kommu­ni­ka­tion zu werfen.

Als Grund­lage für diesen Beitrag dient das White­paper „EmpCo: Die neue Nach­hal­tig­keits­kom­mu­ni­ka­tion“ von WEtell, das die Richt­linie ausführ­lich einordnet und eine prak­ti­sche Check­liste bereit­stellt. Wir fassen im Folgenden die wich­tigsten Punkte zusammen.

Worum es geht

Bislang reichten oft pauschale Begriffe wie „nach­haltig“, „grün“ oder „fair“, um Produkte oder Unter­nehmen positiv darzu­stellen. Mit EmpCo wird das deut­lich einge­schränkt. Allge­meine Umwelt­aus­sagen sind künftig nur noch zulässig, wenn sie durch aner­kannte Stan­dards wie das EU-Ecolabel gedeckt sind. Spezi­fi­sche Aussagen müssen konkret formu­liert und mit leicht zugäng­li­chen Nach­weisen hinter­legt sein. Auch selbst geschaf­fene Siegel ohne unab­hän­gige Prüfung, unklare Vergleiche und Zukunfts­ver­spre­chen ohne konkreten Umset­zungs­plan gelten als irre­füh­rend. Das Gleiche gilt für soziale Aussagen, etwa zu Arbeits­be­din­gungen, Menschen­rechten oder Diver­sität: Ohne belast­bare Daten sind sie nicht mehr haltbar.

Wer gegen diese Vorgaben verstößt, riskiert Abmah­nungen, gericht­liche Unter­las­sungs­ver­fahren und in schweren Fällen Bußgelder, die sich an der Unter­neh­mens­größe orien­tieren können.

Betroffen sind alle Unter­nehmen, die Produkte oder Dienst­leis­tungen im EU-Markt anbieten, unab­hängig von Größe oder Branche. Auch für Unter­nehmen im GWU.network lohnt sich deshalb ein Blick auf die eigene externe Kommu­ni­ka­tion, etwa auf der Website, in Social-Media-Posts oder in Broschüren.

Was Sie konkret prüfen sollten

  • Bezug klären: Wird deut­lich, ob sich eine Aussage auf ein Produkt, einen Unter­neh­mens­be­reich oder das gesamte Unter­nehmen bezieht?
  • Pauschal­be­griffe vermeiden: Wörter wie „nach­haltig“, „klima­freund­lich“ oder „fair“ ohne konkrete Erläu­te­rung sind riskant.
  • Nach­weise sichtbar machen: Verlinken Sie auf Ihre Gemein­wohl-Bilanz oder den entspre­chenden Bericht, statt Nach­hal­tig­keit nur zu behaupten.
  • Kompen­sa­tion und Reduk­tion trennen: „Klima­neu­tral“ auf Basis von Ausgleichs­pro­jekten ist nicht mehr zulässig, wenn keine echte Reduk­tion in der eigenen Wert­schöp­fung dahintersteht.
  • Bild­sprache einbe­ziehen: Auch grüne Farb­welten, Natur­bilder oder Symbole können als Umwelt­aus­sage gewertet werden, wenn sie einen falschen Eindruck erzeugen.

Info-Veranstaltung: GWÖ-Audit & EmpCo-Richtlinie

Sie möchten tiefer einsteigen und wissen, was das konkret für Ihr Audit und Ihre Kommu­ni­ka­tion bedeutet? Am 2. September veran­staltet GWU.network eine Info-Veran­stal­tung zum Thema GWÖ-Audit & EmpCo-Richt­linie. [Details und Anmel­dung folgen / bitte Link ergänzen]

Nicht schweigen, sondern besser sprechen

Ein Risiko, vor dem viele Unter­nehmen aktuell stehen, ist das soge­nannte Green­hus­hing: aus Unsi­cher­heit lieber gar nicht mehr über Nach­hal­tig­keit zu spre­chen. Gerade für ein Netz­werk wie GWU.network wäre das der falsche Schluss. Die Gemein­wohl-Ökonomie lebt von Sicht­bar­keit und Austausch. Die neuen Regeln sind eher eine Einla­dung, genauer hinzu­schauen, was sich konkret belegen lässt, und dies dann auch klar zu kommu­ni­zieren, statt es hinter vagen Formu­lie­rungen zu verstecken.


Dieser Beitrag fasst zentrale Punkte aus dem ausführ­li­chen White­paper von WEtell zusammen, das die EmpCo-Richt­linie im Detail einordnet und eine prak­ti­sche Check­liste bereit­stellt. Für eine vertiefte Ausein­an­der­set­zung, insbe­son­dere zur recht­li­chen Einord­nung und zu weiteren Praxis­bei­spielen, empfehlen wir das Original:

GWÖ Stel­lung­nahme: Euro­päi­sche ESG-Gesetzgebung 
WEtell White­paper: „EmpCo: Die neue Nachhaltigkeitskommunikation“